Kermit: Guten Tag blogfrog. Vielen Dank, dass du uns hier in deinem Revier am Stadtweiher empfängst. Bisher hast du alle Anfragen zu einem Interview abgelehnt? Dieses Mal nicht. Warum?
Blogfrog: Wie jeder weiß kursieren über blogfrog, den Internet-Frosch, viele Scheinwahrheiten. Es ist an der Zeit, in diesem Wust einiges klar zu stellen.
Kermit: Wer sind die anderen Frösche hier um uns herum?
Blogfrog: Das sind die Lokalpatrioten.
Kermit:
(grüßt die Lokalpatrioten) Was für Scheinwahrheiten existieren denn über blogfrog, den Internet-Frosch?
Blogfrog: Lesen sie die Pressemitteilung (mittlerweile vom Netz genommen) des OB. Alles was da drin steht.
(hüpft auf ein anderes Seerosenblatt)
Kermit:
(hinterher hüpfend) Das alles stimmt gar nicht?
Blogfrog: Nein, bis auf die Sache mit der E-Mail Adresse stimmt nichts davon. Alles …
Kermit: … gelogen?
Blogfrog: So würde ich es nicht nennen wollen. Verstehen sie? Ich würde „erfunden“ bevorzugen oder besser „konstruiert“. Ja das trifft es wohl am besten. Konstruiert. Frosch kann nie vorsichtig genug sein.
(schaut sich um)Kermit: Aber eines verstehe ich nicht. Die E-Mail Adresse die du in deinem Blog verwendest, gehört doch aber dem besagten Bürger unserer Stadt. Das stimmt doch?
Blogfrog: Ja das stimmt. Wir brauchten eine Email-Adresse und fanden eine. Der besagte Bürger unserer Stadt, dem die Adresse gehört, hat dies nicht verhindert. Anscheinend konnten wir ihn überzeugen, dass wir als Frösche keine Chance haben, eine gültige Email-Adresse zu beantragen. Damit hat er uns geholfen. Als Frosch hat man es nicht immer leicht in diesem Land. Mehr kann ich nicht dazu sagen. Die Ermittlungen laufen noch.
Kermit: Ich weiß wir müssen vorsichtig sein. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Es heißt, es wurden beleidigende Briefe vom so genannten „Schmierfink“ an den OB und andere per Post verschickt, die so genannten „Schmähbriefe“. Wurde blogfrog nicht in der Pressemitteilung des OB als Absender der „Schmähbriefe“ genannt?
Blogfrog: Ja, genau. Die Schmähbriefe waren alle mit meinem Namen und der besagten Email-Adresse versehen. Ein plumpes Ablenkungsmanöver. Aber überaus wirksam. Jeder kann jederzeit einen Brief schreiben und als Absender Kermit, der Frosch, eintragen. Wer unterscheidet das am Ende so genau, ob es wirklich Kermit war oder nicht. Der OB macht ganz bewusst folgende Gleichung auf: Bürger = blogfrog = Schmierfink. Wenn Politiker mit dem Rücken zur Wand stehen, versuchen sie zu verschleiern. Erstes Semester, Politstrategie.
Kermit: Du meinst Politologie.
Blogfrog: Nein, ich meine Politstrategie.
Kermit: Woanders nennt man das Denunziation. Man versucht jemanden zu brandmarken, mit etwas in Verbindung zu bringen, mit dem er gar nichts zu tun hat. Siehst du das anders?
Blogfrog: Ich respektiere ihre Meinung. Das Delikate an der ganzen Sache aber ist: Erstens wissen wir, dass blogfrog schon lange ein Dorn im Auge des OB war. Mit Kritik tut er sich eben schwer. Zweitens wissen wir, dass der OB schon lange vergeblich versucht hat, heraus zu finden, wer blogfrog sein mag. Drittens wissen wir, dass wir Frösche ja keine Adresse haben und da lag es auf der Hand unbedingt herausfinden zu wollen, zu wem diese EMail-Adresse in unserem blog gehört.
Kermit: … was schließlich erst gelang, als der Schmierfink mit seinen Schmähbriefen auftauchte, die er im Absender mit deinem Namen versah?
Blogfrog: Genau. Bis dahin hatte der Staatsanwalt überhaupt keinen Grund gegen blogfrog zu ermitteln. Alles bewegte sich in unserem kleinen blog im Rahmen des Gesetzes. Erst nachdem die Schmähbriefe aufgetaucht waren, konnte man den Staatsanwalt auf die Bühne bitten, um den Eigentümer der Emai-Adresse zu ermitteln. Vorher gab es für ihn keinen Grund bei diesem Schmierentheater mit zu spielen.
Kermit: Aber die Pressemitteilung des OB … ?
Blogfrog: … wurde nie gedruckt. Zu unsachlich, zu unprofessionell. Sie wurde nur auf den Webseiten der Stadt, als Handzettel und mündlich vom OB veröffentlicht. Sie wissen ja mit Preisgabe des Namens des vom OB verdächtigten Bürgers unserer Stadt. Übrigens welche Pressemitteilung meinen sie? Wenn sie das Thema verfolgen, haben sie vielleicht schon gemerkt, dass sich eben diese Pressemitteilung der Stadt permanent verändert. Anscheinend war wieder jemand übermotiviert und hat vergessen, den juristischen Sachverhalt zu überprüfen, bevor er loslegte. Der OB musste auch hier mal wieder zurück rudern. Er musste seine Pressemitteilung so anpassen, dass daraus ersichtlich wird, dass die „Schmähbriefe“ nichts mit dem besagten Bürger unserer Stadt zu tun haben.
Kermit: Wenn man will, kann man das so sehen. Die Gleichung blogfrog = Bürger = Schmierfink geht also nicht auf?
Blogfrog: Viele rechnen nicht nach und glauben das was ihnen der OB versucht hier vor zu machen. Aber diese vom OB konstruierte Gleichung stimmt definitiv nicht. Wir haben hier noch kein „quod erat demonstrandum“ gesehen. Weder vom OB noch vom Staatsanwalt. Was wir sehen ist höchstens ein „quod esset demonstrandum“ und ein wenig Dilettantismus vielleicht. ACHTUNG !!!
(schreit)
(Storch kreist)
(… 30 Minuten später im hohen Ufergras…)Kermit: Puuh, als Frosch hat man es wirklich nicht leicht in diesem Land.
Blogfrog: Das stimmt. Noch stehen wir nicht am Anfang der Nahrungskette.
(schaut nach oben)
Kermit: Kommen wir zurück zum Thema. Was bezweckt der OB mit seiner Verschleierungstaktik?
Blogfrog: Aus meiner Sicht versucht er damit vom eigenen Versagen abzulenken.
Kermit: In welcher Beziehung?
Blogfrog: Es heißt der OB hat Probleme mit dem besagten Bürger. Das ging sogar soweit, dass man vor Gericht zog.
Kermit: Man hört, dass der OB dieses Verfahren in allen Punkten verloren hat? Worum ging es in dieser Auseinandersetzung?
Blogfrog: Es ging um eine Immobiliensache. Der besagte Bürger hat von der Stadt ein Haus gemietet, dass jetzt verkauft worden ist. Eigentlich eine ganz normale Sache. Aber in diesem Fall eben nicht. Es gab ein rechtliches Problem, wie man hört.
Kermit: Was für ein Problem?
Blogfrog: Ich bitte sie. Wir Frösche wissen nicht alles. Aber was wir wissen ist: Der Bürger, in diesem Fall auch Mieter, hat mehrmals vergeblich versucht, den OB auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Ohne Erfolg. Sogar ein Rechtsgutachten hat er auf seine Kosten erstellen lassen. Aber der OB hat es nicht einmal für nötig empfunden, einen Blick hinein zu werfen.
Kermit: Das glaubst du? Er ist doch Jurist. Und jetzt?
Blogfrog: Das weiß ich. Die finanziellen Konsequenzen sollen immens sein.
Kermit: Alle Probleme lasen sich lösen, wenn die Beteiligten es nur wollen.
Blogfrog: Wem sagen sie das. Aber was würden sie denn tun, wenn sie zum x-ten Mal versuchten, jemanden davon zu überzeugen, dass es wenig Sinn macht aus dem 10. Stock zu springen? Er aber glaubt, er steht im Erdgeschoß?
Kermit: Sie meinen der Bürger hat gar nicht aus persönlicher Enttäuschung heraus gehandelt?
Blogfrog: Ganz und gar nicht. Das ist das Konstrukt, um das es sich hier handelt. Mit diesem Konstrukt versucht der OB das Ganze anscheinend zu verschleiern. Das Gerichtsurteil hat dieses Konstrukt endgültig in sich zusammen fallen lassen. Der Bürger hatte ganz einfach Recht.
Kermit: Wo liegt nun das Problem?
Blogfrog: Das Problem ist nun der besagte Bürger selbst, besser gesagt der besagte Mieter des besagten Hauses. Ein Problem, welches er vergeblich versuchte, nie zu werden. Laut Gerichtsurteil bleibt die Stadt trotz der Veräußerung weiterhin seine Vermieterin. Das kann dem Käufer nun ganz und gar nicht recht sein. Wenn der Mieter jetzt nicht wäre, hätte der OB ein Riesenproblem weniger.
Kermit. Welches er auf unglaubliche Art und Weise selbst verschuldet hat.
Blogfrog So sieht es jedenfalls aus. Die Familie des besagten Bürgers, vor allem die Kinder können einem leid tun.
Kermit: Da fällt mir ein. Was wäre, wenn der OB dem besagten Bürger tatsächlich die Beleidigung aus den Schmähbriefen nachweisen könnte?
Blogfrog:
(schaut sich um und senkt die Stimme) Tja, dann hätte der OB vermutlich ein Riesenproblem weniger. Angeblich kann ein Vermieter, wenn er vom Mieter beleidigt wird, das Mietverhältnis frsitlos kündigen. So wird es zumindest erzählt.
(hüpft hoch und schnappt gekonnt mit seiner Froschzunge eine fette Fliege im Flug)
Kermit: Ich verstehe, du meinst, dass …
Blogfrog: … ich meine, dass es Zeit ist, mit dem Interview aufzuhören. Die Fliegen kommen jetzt raus.
Kermit: Hm, vielen Dank für das Gespräch, blogfrog.
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