KSV - Das Ende vom Lied
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| Das ist der Hammer |
Nichts von alledem war in Sachen KSV der Fall. Diesem Vorwurf müssen sich hiesige Kommunalpolitiker nun stellen. Aus Sicht Dinkelsbühls allen voran Herr Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer, der 2008 folgendes zur KSV sagte: "Beim Klärschlamm werden wir das gleiche erleben, wie beim Gas. Wenn wir abhängig sind von wenigen Betrieben, dann werden die uns irgendwann einmal die Preise diktieren. Das wollten wir nicht, wir haben gesagt, wir nehmen die Sache selber in die Hand. Wir haben die eigene Anlage jetzt, das heißt: Wir diktieren unsere Preise zur Klärschlammverwertung in Zukunft selber und zweitens produzieren wir Strom. Das Ding rechnet sich wirtschaftlich." Sprach's und überlies fortan die KSV ihrem Schicksal. Als Aufsichtsrat versagte OB Hammer auf ganzer Linie. Es wäre sein Job gewesen, alles nur erdenkliche und in seiner Macht stehende zu unternehmen, um Dinkelsbühl zu schützen. OB Hammer hat all dies unterlassen.
Kaum vorstellbar, dass Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer noch nie etwas von so genannten Kartellbehörden gehört haben will, die in Deutschland und europaweit für die Rechte der Verbraucher einstehen, wenn Monopole versuchen Preise zu diktieren. Wahrscheinlich wusste OB Hammer auch nicht, was 2008 längst allen klar war, dass sich der Preis für Hackschnitzel nach oben entwickeln würde und dass die Planzahlen der KSV ohne Eigenkapital von Anfang an nicht zu halten waren. Auch wusste er als Bürgermeister der am höchsten verschuldeten Kommune Bayerns nichts über die Risiken einer Beteiligung an solch einer Pilotanlage, bevor er unsere Kommune mit dem Geld ihrer Bürger an der KSV GmbH beteiligte. Dass er dabei die Höhe der Summe, mit der die Bürger einmal zur Rechenschaft gezogen würden, wenn etwas schief ginge, nicht an die große Glocke hängen wollte, zeigt nur wie durchtrieben er agierte. Auch in seiner Position als Aufsichtsrat interessierte er sich nur unzureichend, wenn überhaupt, für die unhaltbaren Betriebszustände bei der KSV GmbH.
Pleiten, Pech und Pannen, ein von ahnungslosen Bürgermeistern inszeniertes von Anfang an unter absurd optimistischen Annahmen, chronisch unterfinanziert und technisch höchst anspruchsvolles Projekt, das von heillos überforderten Stadtwerksbediensteten zu keiner Zeit beherrscht wurde und in dessen Gremien zu allem Übel die Bürgermeister als Gesellschafter und Aufsichträte in Personalunion wirkten. Erst so ließen sich die wahren Geschehnisse um die KSV bis heute verschleiern. Es war ja nicht ihr Geld, dass sie da verbrannten. Inwieweit wir, die Bürger Dinkelsbühls, OB Hammer und andere Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen können, wird in den nun folgenden Gerichtsverfahren zu klären sein. Auf eines kann sich OB Hammer und der Stadtrat heute schon verlassen: Es wird eine Überprüfung möglicher zivilrechtlicher Schritte seitens der Bürgerschaft geben. Wie sie ausgehen ist indes noch offen.
Lustig, wie OB Hammer noch in der letzten Stadtratssitzung am 28. März zusammen mit seiner Oberrechtsrätin versuchte, den Stadtrat mundtot zu machen, als er ankündigte, keine vertraulichen Informationen mehr an selbigen herausgeben zu wollen, nachdem im Internet einige aktuelle Zahlen zur KSV veröffentlicht wurden. Obwohl OB Hammer nicht sicher sein und nur annehmen konnte, woher diese Informationen stammten, zeigt sein Verhalten doch eines, nämlich wie bürgerverachtend heutzutage ein CSU Politiker vom Schlage eines Hammers mit seinen Stadträten und Wählern umgeht. Und der Stadtrat selbst? Ach, der Stadtrat. In der Haut der Stadtratsmitglieder, möchten man meinen, will keiner stecken in diesen Tagen. Umso wichtiger, dass sie sich nun auf ihre moralische Verantwortung gegenüber ihren Wählern besinnen und von OB Hammer nicht mehr länger vor seinen Karren spannen lassen. Schluss mit der Geheimniskrämerei und Einschüchterung der Stadträte durch OB Hammer. Welche Konsequenzen hat die Insolvenz für unsere Stadt? Auf welche Einschränkungen müssen sich die Bürger nun einstellen? Schluss auch damit, dass sich OB Hammer in die Rolle des Retters der Stadt flüchtet, indem er alle Schuld von sich weist und mit dem Finger auf Crailsheim zeigt. Wie lange will der Stadtrat sich noch vorführen lassen, anstatt endlich zu handeln, indem er prüft, ob und wenn ja, wie weit OB Hammer seine Informtionspflichten gegenüber dem Stadtrat verletzt haben könnte. Der Bürger will endlich die Wahrheit wissen. Anstatt sich von OB Hammer zynisch, wie beim Osterkonzert der Knabenkapelle, vorhalten lassen zu müssen, dass Dinkelsbühl die am höchsten verschuldete Kommune sei, sich aber 3 Musikschulen leiste. Welche der drei Schulen wollen sie als erste schließen, Herr Hammer?
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